Aufbau von Weichgewebedefekten

  • Traumatischer Weichgewebedefekt
  • Regeneriertes Weichgewebe mit mucoderm®
Orale bzw. dentale Weichgewebedefekte können durch traumatische oder chirurgische Ereignisse (Resektionen) entstehen und zum Verlust der ursprünglichen, anatomischen Gewebestruktur führen. Derartige Veränderungen wirken sich meist negativ auf die Ästhetik und auf die Patientenzufriedenheit aus. Abhängig von der Defektgröße, können heutzutage Fehlbildungen durch Hart- und Weichgewebeaugmentationen oder Weichgeweberekonstruktionen, mittels mikrochirurgischen Techniken ästhetisch korrigiert werden [1,2,3]. Ein Weichgewebeersatz, wie die mucoderm® Matrix, stellt eine ideale Alternative für Weichgewebedefekte in Kombination mit Knochenersatzmaterialien oder in speziellen Situationen auch für die offene Einheilung dar.

Rehydratation

Um eine gewisse Flexibilität zu erreichen, sollte die mucoderm® vor der Anwendung für wenige Minuten rehydiert werden.

Fixierung

Eine feste Anbringung an das Wundbett kann mit allen gängigen Nahttechniken erfolgen.

Exposition

Generell sollte eine Freilegung der Matrix vermieden werden. Nach einem resektiven Eingriff, bei welchem kein Gewebe zur Deckung mehr vorliegt, darf die mucoderm® auch offen einheilen. Eine enge Fixierung mit dem umliegenden und darunterliegenden Gewebe ist für die Revitalisierung wichtig.

Nachsorge

Jegliche Art von mechanischer Belastung sollte an der operierten Stelle vermieden werden. Die Patienten sollten das Zähneputzen an der besagten Stelle in den ersten vier Wochen unterlassen und zur Vermeidung von Plaque eine Chlorhexidinlösung zum Spülen verwenden.

mucoderm® for reconstructing of soft tissue defects
mucoderm® zur Rekonstruktion von Weichgewebedefekten - Dr. F. Rathe

Nach der Rehydratation in steriler Kochsalzlösung oder Blut kann die mucoderm® in den Defekt gebracht und mit allen gängigen Nahttechniken fixiert werden. Nur ein vollständiger Wunderschluss, stellt die Revitalisierung und die Regeneration des Weichgewebes sicher. Wenn mucoderm® anstelle eines FST für die offene Heilung verwendet wird, ist die schnellere Resorption der Matrix aufgrund von bakteriellem Abbau zu beachten. Zur Revaskularisierung der Matrix muss ein enger Kontakt mit dem ungebenden Gewebe hergestellt werden.

[1] Borgonovo et al. Open Dent J. 6: 94-8
[2] Fernandes and Yetzer. Oral Maxillofac Surg Clin North Am; 25(2):241-9
[3] Yilmaz et al. J Craniofac Surg. 19(1): 227-34