Kieferkammspaltung

  • Kieferkammspaltung mit cerabone® - Vafa Moshirabadi, Iran
    Kieferkammspaltung mit Piezoinstrument
Für eine stabile Implantation und ein erfolgreiches Gesamtergebnis sollte die Kieferkammbreite mehr als 6 mm betragen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Implantat sowohl bukkal als auch palatinal von mindestens 1 - 1,5 mm Knochen bedeckt ist. Da eine Zahnextraktion häufig zu einer deutlichen Knochenreduktion führt, kann die ideale Breite nicht immer erhalten werden. Bei einem vorhandenen ausgeprägten horizontalen Knochenverlust ist die Anwendung der GBR Technik nur eingeschränkt möglich und stellt eine Herausforderug dar, wodurch sich auch die Implantation verzögern kann. Blockaugmentation ist eine geeignete Alternative, allerdings ist sie zeitaufwändig und kann mit einer erhöhten Patientenmorbidität verbunden sein, falls autologe Blöcke entnommen werden müssen. Um die Nachteile der Blockaugmentation zu umgehen, wurde eine Reihe an Techniken zur Kieferkammspaltung entwickelt. Diese umfassen die longitudinale Spaltung des Kieferkamms unter Verwendung einer Mikrosäge, Diamantscheibe oder Piezoelektrischer Geräte zur Trennung der bukkalen von der palatinalen Platte. Anschließend wird meist ein Meisel für die Kammspaltung eingesetzt, der auf diese Weise kreierte Spalt kann dann mit einem Knochenregenerationsmaterial gefüllt werden.

Laterale Applikation eines Knochenaufbaumaterials

Die laterale Applikation eines Knochenersatzmaterials nach der Kammspaltung kann die Knochenlamellen stabilisieren. In diesem Fall ist es von Vorteil zunächst die trockene Membran zu platzieren um dadurch die anschließende Applikation des partikulären KEMs zu vereinfachen.

Fraktur der vestibulären Lamelle

Eine Fraktur der vestibulären Lamelle zählt zu den häufigsten Komplikationen bei einer Kieferkammspaltung. Nach der Implantation kann die frakturierte Lamelle mit Osteosytheseschrauben fixiert werden.

Kieferkammspaltung mit einer Mikrosäge - PD Dr. J. Neugebauer
Kieferkammspaltung mit einer Mikrosäge - PD Dr. J. Neugebauer

Durch die Anwendung eines Knochenersatzmaterials wie z.B. maxresorb® kann die Bildung von Weichgewebe zwischen den kortikalen Platten verhindert werden. Im Vergleich zu bovinem Knochen bieten die synthetischen Partikel den Vorteil einer vollständigen Resorption mit einem Umbau in patienteneigenen Knochen innerhalb von 2-3 Jahren. Zusätzlich kann eine laterale Applikation des Materials die Stabilität nach der Knochenspaltung erhöhen.

Außerdem wird die Anwendung einer Membran wie z.B. der Jason® membrane oder collprotect® membrane empfohlen um eine ungestörte knöcherne Regeneration zu unterstützen. Vor allem im Fall eines dünnen Biotyps vereinfacht die geringe Dicke der Jason® membrane einen spannungsfreien Wundverschluss nach der Augmentation.

Die Expansion des Kieferkammes setzt eine ausreichende Flexibilität der Knochenlamelle voraus. Daher kann diese Technik nur angewendet werden, wenn nicht mehr als 8 mm bei Defekten innerhalb der Kammkontur oder 4 mm bei Defekten außerhalb der Kontur aufgebaut werden müssen. Außerdem sollte der Kamm mindestens 2-3 mm breit sein um sicherzustellen, dass sich zwischen den Knochenlamellen spongiöser Knochen befindet. Der Zeitpunkt der Implantation sowie die Entscheidung für ein ein- oder zweizeitiges Vorgehen richten sich nach der Stabilität der expandierten Segmente sowie der residualen Kieferkammbreite.

 

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